Christoph Braß

Am 10. Februar 1936 schrieb der Bürgermeister einer Gemeinde aus dem östlichen Saarland den folgenden Brief an das Gesundheitsamt Homburg:

"Ich stelle hiermit den Antrag, den Hilfsarbeiter Hermann H. aus X zu sterilisieren. H. ist stark idiotisch veranlagt und zudem ein Trinker. Vater und Großvater waren Alkoholiker und zudem geistig schwach. Im Jahre 1923 hat sich H. mit einer Ella T. aus Y verheiratet. Auch diese stammt aus einer Familie, die mit vielen Schwächen belastet ist. Sie kann ebenfalls als halbidiotisch angesehen werden. Aus der Ehe sind bereits 4 Kinder hervorgegangen, die die schlechte Erbmasse ihrer Eltern mitbekommen haben und geistig schwach sind. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, dass H. noch einige Idioten in die Welt setzt und bitte ich [sic] deshalb die Sterilisation mit größter Beschleunigung durchzuführen. Ich bitte auch die Ehefrau einer Untersuchung zu unterziehen und, falls sie schwanger sein sollte, die Schwangerschaft zu unterbrechen und auch an ihr eine Sterilisation vorzunehmen."

Ein Vierteljahr später wurden Hermann H im Landeskrankenhaus Homburg die Samenleiter durchtrennt.

 

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