Eva Kell

Waldfrevel und Unruhen während der Französischen Revolution

Für die Menschen der ständisch geprägten Welt war der Wald die wichtigste Lebensgrundlage. Das alltägliche Leben war ganz entscheidend geprägt von der Nutzung des Waldes. Waldnutzung und Jagd waren damit Bereiche, wo die Interessen von Untertanen und Herrschaft mehr oder minder kollidierten.

Auch in St. Ingbert stritt die Gemeinde im 18. Jahrhundert mit ihrer Obrigkeit um die Rechte am Wald. Die Auseinandersetzung ging als "St. Ingberter Waldstreit" in die lokalen Geschichtsbücher ein. Legenden ranken sich um die zu "edlen Waldstreitern" erhobenen aufmüpfigen Untertanen des Hauses Von der Leyen. Eine Einzigartigkeit der St. Ingberter Vorkommnsisse wurde damit konstruiert, die in dieser Form noch zu belegen ist. (...)

Konflikte, Spannungen und Prozesse zwischen Herrschaft und Untertanen im ausgehenden Ancien Régime sind keinesfalls die Ausnahmen. Eva Kell schildert die Hintergründe für die mehr denn je abnehmende Bereitschaft der Untertanen, die intensivierte Herrschaftsausübung  des fürstlichen Hauses anzuerkennen.  (aus dem Vorwort der Herausgeber, 1992)

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Annette Molter-Klein

Das Bild der saarländischen Frau im Spiegel der Saarbrücker Zeitung

Die Auswahl an Informationsquellen für die Belange der Frauen, die gleichzeitig auch ein Abbild oder ein Vorbild der Lebenswirklichkeit liefern konnten, waren in der Nachkriegszeit stark begrenzt. Im Saarland wurden sowohl im Rundfunk mit festen Sendezeiten für den "Frauenfunk", als auch in der Tagespresse mit der Einrichtung einer Frauenseite. "Die Frau und ihre Welt" in der Saarbrücker Zeitung spezielle Frauenressorts in den Medien geschaffen. Die Tageszeitung war bis dahin fast ausschliesslich auf die Interessensgebiete der Männer zugeschrieben. Bei ihrer Lektüre durften die Männer von ihren Frauen keineswegs gestört werden: "Nie sollte sie ihren Mann beim Zeitungslesen mit belanglosen Nichtigkeiten überfallen, in seinem Denken pulsiert die Politik, aber nicht die kleinliche Politik des Haushalts." ("So wünsch ich mir meine Frau", in Frauens. der SZ v. 19.3.1949). Doch gerade über die notwendigen Ratschläge für ihre "kleine Welt des Haushalts" eroberten sich die Frauen einen festen Platz in der Sarbrücker Zeitung für viele verschiedene Frauenthemen. (Auszug)

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Christoph Braß

Am 10. Februar 1936 schrieb der Bürgermeister einer Gemeinde aus dem östlichen Saarland den folgenden Brief an das Gesundheitsamt Homburg:

"Ich stelle hiermit den Antrag, den Hilfsarbeiter Hermann H. aus X zu sterilisieren. H. ist stark idiotisch veranlagt und zudem ein Trinker. Vater und Großvater waren Alkoholiker und zudem geistig schwach. Im Jahre 1923 hat sich H. mit einer Ella T. aus Y verheiratet. Auch diese stammt aus einer Familie, die mit vielen Schwächen belastet ist. Sie kann ebenfalls als halbidiotisch angesehen werden. Aus der Ehe sind bereits 4 Kinder hervorgegangen, die die schlechte Erbmasse ihrer Eltern mitbekommen haben und geistig schwach sind. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, dass H. noch einige Idioten in die Welt setzt und bitte ich [sic] deshalb die Sterilisation mit größter Beschleunigung durchzuführen. Ich bitte auch die Ehefrau einer Untersuchung zu unterziehen und, falls sie schwanger sein sollte, die Schwangerschaft zu unterbrechen und auch an ihr eine Sterilisation vorzunehmen."

Ein Vierteljahr später wurden Hermann H im Landeskrankenhaus Homburg die Samenleiter durchtrennt.

 

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Hans-Henning Krämer

Kriegsgefangene und ausländische ZwangsarbeiterINNEN

Wenn von Opfern des Nationalsozialismus die Rede ist, dann fällt einem vor allem die jüdische Bevölkerung ein. Sie musste ihre religiöse Überzeugung mit Inhaftierung in Konzentrationslagern büßen, was mit wenigen Ausnahmen einem Todesurteil gleich kam. Nur wenige konnten durch Flucht, oder weil sie unerkannt blieben, ihrem Schicksal entgehen. Den Opferstatus besitzen heute auch verschiedene gesellschaftliche Minoritäten wie Homosexuelle, psychisch und körperlich Behinderte oder die Roma und Sinti. Auch sie landeten vielfach in den Konzentrations- und Vernichtungslagern oder wurden Ziel medizinischer Versuche. Um ihre Anerkennnug als Opfer  des Nationalsozialismus müssen hingegen die Millionen Zwangsarbeiter noch kämpfen. Der "Geschichtsschreibung" gilt ihr Schicksal vielfach als vernachlässigbar. (Auszug, 1993)

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Dr. Wolfgang Hien

Fragen an die Geschichte der Berufskrankheiten am Beispiel des Anilinkrebses der Chemiearbeiter in Ludwigshafen.

Chemie steht seit Liebigs Zeiten in beinahe einzigartiger Weise für wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Damit ist zugleich auch eine systematische Verbesserung unserer Lebensbedingungen gemeint: Chemisierung sollte dazu verhelfen, für alle ausreichend Kleidung, Lebensmittel und nützliche Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens zu sichern - es ging aber auch um Treibstoff und Gummireifen für die Kriegswirtschaft. Bereits hier zeigt sich das janusköpfige Gesicht des chemischen Fortschritts. Spätestens die heutige weltweite Ökologie-Problematik hat einer allzu leichtfertigen Technologiegläubigkeit Bremsen angelegt. Die Naturzerstörung hat in vielen Bereichen irreversible Ausmasse erreicht. Sie muss, da die Zusammenhänge zwischen wisenschaftlicher und industrieller Chemie enger sind als in jeder anderen Disziplin, als inhärenter Teil der Chemie als Wissenschaft verstanden werden. (Auszug)

 

 

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Zur Homepage des Autors: http://www.wolfgang-hien.de