Exkursion mit Rainer Maria Kreten und Hans-Werner Krick durch den ehemaligen Englischen Garten beim St. Ingberter Eisenwerk

Sonntag, 13. Mai 2012, 15:00 bis 18:00 Uhr.

Treffpunkt: Alte Schmelz St. Ingbert, Ehemaliges Konsum

Es ist gerade einmal rund 200 Jahre her, da ließ sich Sophie Krämer, die Besitzerin des St. Ingberter Eisenwerkes eine große Gartenanlage anlegen.
Ein Ziergarten war für eine wohlhabende Unternehmerin mit entsprechendem Repräsentationsbewusstsein in der damaligen Zeit nicht außergewöhnlich. Doch Sophie Krämers Gartenanlage sollte etwas ganz besonderes werden. Sie dachte an eine Parkanlage, die weit über St. Ingbert und die Saarregion hinaus Aufmerksamkeit erregen würde. Ganz der Neuen Zeit und innovativen Ideen verpflichtet, hatte sie die Vision eines Englischen Landschaftsgartens. Als Projektplaner verpflichtete sie anerkannte Kapazitäten in Sachen Gartenbau. Profis, die bereits fürstliche Gärten geplant und unterhalten hatten, die es verstanden in St. Ingbert ein Stück „gepflegter und idyllischer Wildnis zur Erbauung der Lustwandelnden“ zu inszenieren.Bauplatz der neuen Glühhalle

Hier entsteht zurzeit die neue Glühhalle - zur Barockzeit ein Zier-, Obst- und Gemüsegarten


Doch für ein so großes Projekt war das Leben dieser Frau zu kurz. Erst unter ihren Söhnen Philipp Heinrich und Friedrich Christian erreichte der Park seine Vollendung. Mehr als 25 Hektar Fläche waren von einer Mauer umfasst und wurden nach rein ästhetischen Gesichtspunkten angelegt und gepflegt. Ihre Enkel Gustav Adolf und Oskar gestalteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Gartenanlage nochmals grundlegend um, denn inzwischen erforderte das aufstrebende Eisenwerk immer mehr Platz, der im engen Tal sehr knapp war.

Jedoch mit Beginn des 20. Jahrhunderts verging mit der Familie Krämer auch deren alte Pracht und Herrlichkeit. Auch ihre Gartenanlage geriet mehr und mehr in Vergessenheit, wurde Stück für Stück von der Natur zurückerobert und in den letzten Jahrzehnten sogar teilweise überbaut.

 

Animation Alter Park

Doch nichts, was einmal war, geht gänzlich verloren. Rainer Maria Kreten und Hans-Werner Krick lassen bei einer Spurensuche den untergegangen Park noch einmal hautnah und vor dem geistigen Auge aufleben. Zu Fuß, Wanderschuhe nicht vergessen!, geht es in die noch nicht ganz versunkene Welt der Fasanerie und Schweizerei, des Weinberges und Obstgartens, der Bellevues mit betörender Fernsicht und herzerquickenden Landschaftsinszenierungen.

Gerade im Frühling, wenn der Waldmeister duftet und die Maiglöckchen blühen, gibt der Alte Park noch viel von seinem Zauber und seiner einstigen Herrlichkeit preis.

Der Eintritt ist frei, eine Spende für die Arbeit des Vereins zur Förderung der Geschichtsarbeit im Saar-Lor-Lux Raum (VFG) ist willkommen.