Als mit Beginn des 20. Jahrhunderts die letzten Nachkommen der Krämer-Dynastie aus der Werksleitung ausschieden, verfiel deren einst prächtiger Landschaftsgarten in einen Dornröschen-Schlaf und verschwand mehr und mehr aus dem Bewusstsein der Menschen.

Es ist gerade einmal 200 Jahre her, da ließ Sophie Krämer, die Besitzerin des St. Ingberter Eisenwerkes eine große Gartenanlage anlegen. Das war für eine wohlhabende Unternehmerin mit entsprechendem Repräsentationsbewusstsein in der damaligen Zeit nicht außergewöhnlich. Doch Sophie Krämers Gartenanlage sollte etwas ganz Besonderes werden. Unter ihren Söhnen Philipp Heinrich und Friedrich Christian wurde der Prunkgarten, der noch viele Elemente der Barockzeit aufwies um einen Englischen Garten erweitert. Das war in der damaligen Zeit eine Sensation, eine Neuheit, die weit über St. Ingbert hinausstrahlte und die besondere gesellschaftliche Stellung der jungen Unternehmer-Dynastie unterstreichen sollte. Mehr als 25 Hektar Fläche wurden von einer Mauer umfasst und nach rein ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet und gepflegt. Gustav Adolf und Oskar I. Krämer, Repräsentanten der dritten  Familiengeneration gestalteten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Gartenanlage nochmals grundlegend um, wobei sie einen Teil der alten Gartenanlage dem Platzbedarf ihres aufstrebenden Eisenwerkes opferten, gleichzeitig den Englischen Garten aber auch als ideales Umfeld für ihre neuen Herrenhäuser entdeckten.



So zeichnete der Landschaftsarchitekt Heinrich Antz 1844 den Englischen Garten

Als mit Beginn des 20. Jahrhunderts die letzten Nachkommen der Krämer-Dynastie aus der Werksleitung ausschieden, verfiel der einst prächtige Landschaftsgarten in einen Dornröschen-Schlaf und verschwand mehr und mehr aus dem Bewusstsein der Menschen.



Zeuge aus alter Zeit? Zahlreiche Baumstümpfe, die sich noch in der Gartenanlage finden, könnten aus der ersten Baumgeneration stammen.Foto: HWK


Viel Zuspruch fand die erste öffentliche Parkführung des VFG. Eine Kopie des  Plans von Antz diente den Gästen als Wegweiser.
Foto: Wolphi.

Gerade im Herbst, wenn sich die Natur auf ihre Ruhephase vorbereitet, vermittelt sie unvergessliche Farb- und Stimmungsbilder, die wieder manches von dem erahnbar und fühlbar werden lassen, was die Gartenarchitekten einst bei ihrer Planung beabsichtigten


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